Interview mit André Bapst (Vorsitzender des Verwaltungsrats der BWA) 14. Juli 2007
Posted by bwapresse in Interviews.trackback

André Bapst
Warum ist die Europäische Berufs- und Wirtschaftsakademie anders als andere Anbieter von Weiterbildungen?
Wie gut das zurzeit geltende Bildungssystem ist, zeigt sich unter anderem am Ergebnis der Pisa Studie. Wenn das konventionelle Lernsystem nicht zum gewünschten Ziel führt sollte es verändert und an die heutigen Bedürfnisse angepasst werden. Wenn wir nur das tun, was wir schon immer getan haben, dann werden wir auch nur das bekommen, was wir schon immer bekommen haben. Als Europäische Akademie sind wir flexibler als das konventionelle akademische Bildungssystem und das nutzen wir in unseren didaktischen Konzepten aus, um moderne und bewährte Erkenntnisse der Lernpsychologie einfliessen zu lassen. Die Nutznießer sind unsere Teilnehmer, die mit diesen Methoden leichter und schneller lernen.
Häufig wird an Schulen und Universitäten noch stupide auswendig gelernt ohne dass ein tatsächlicher Know How Transfer stattfindet.
Man lernt, repetiert und vergisst weil man nicht verstanden hat, was das Gelernte mit dem eigenen Leben und den täglichen Anforderungen zu tun hat.
Sicherlich kennen Sie die Aussage von Antoine Saint-Exupéry „Wenn du ein Schiff bauen willst, dann trommle nicht Männer zusammen, um Holz zu beschaffen, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre sie die Sehnsucht nach dem weiten, endlosen Meer.
Anstatt Wissen einzupauken wie vor 100 Jahren, wollen wir dem Teilnehmer komprimiertes Fachwissen vermitteln, welches er mit einem Praxistransfer vertieft und somit sofort in seinem Beruf einsetzen kann. Es ist sehr wichtig, dass der Studierende den Nutzen seines neuen Wissens erkennt und damit in seinem Unternehmen einen Mehrwert erzeugen kann, der ihm permanentes Wachstum beschert. Wir wollen beim Teilnehmer die Sehnsucht nach dem „lebenslangen Lernen“ wachrufen und das geht nur, wenn er Spass hat und mit dem Gelernten sofort positive Resultate erzielen kann.
Warum finden keine schriftlichen Überprüfungen statt wie im herkömmlichen Fernunterricht?
Wenn der Teilnehmer Fragen beantwortet, die er dann einem Fernlehrer zur Überprüfung einsendet, so widerspricht dies vehement den Erkenntnissen der modernen Lernpsychologie. Hält man die Korrektur einige Wochen später wieder in den Händen, erinnert man sich, wie früher in der Schule, vielleicht gerade noch an das Thema. Falsches hat sich bereits festgesetzt und der Teilnehmer muss nun mühsam zuerst wieder Wissen „verlernen“, bevor dann wieder neu gelernt wird.
Zudem geben schriftliche Überprüfungen lediglich darüber Auskunft, wie gut der Teilnehmer einen auswendig gelernten Sachverhalt wiedergeben kann. Ob er jedoch in der Lage ist, das Wissen zu nutzen und in die Praxis umzusetzen bleibt völlig offen. Nicht umsonst ist die Geschichte voller Genies wie Henry Ford, Einstein oder Thomas Alva Edison, die nach ihren schulischen Leistungen eigentlich „Versager“ hätten sein müssen.
Was ist nun das Besondere an Ihrem Lernkonzept?
Wir haben uns auf den Bereich der Erwachsenenbildung spezialisiert. Menschen, die mehr lernen und mehr erreichen möchten im Leben wenden sich an uns, um mit einer Ausbildung Ihre Karriere zu fördern. Diese Menschen wissen genau, dass es schlussendlich darauf ankommt, was sie im Berufsleben leisten und wie sie ihr Wissen im Unternehmen umsetzen. Schulmeisterhafte Kontrollen sind hier überflüssig und wirken eher entmündigend.
Im Gegenteil wiederholt und festigt der Teilnehmer sein Wissen bei uns auf natürliche Weise. Er kann seinen Wissenszuwachs jederzeit durch Kontrollfragen überprüfen. Zugleich wiederholt und lernt er bei der sofortigen Überprüfung seiner Antworten und hat die Garantie, dass sich falsches Wissen erst gar nicht festigen kann. Eine weitere Vertiefung des Gelernten findet dann durch den Praxistransfer statt. Das heißt, auf natürliche Weise wiederholt und erarbeitet sich der Teilnehmer das neue Wissen auf verschiedenen Wegen.
Wenn Sie von Praxistransfer sprechen, wie kann denn so etwas durch schriftliches Material geschehen?
Aus der Gehirnforschung wissen wir, dass unser Gehirn nicht zwischen tatsächlich Erlebtem und Konstruiertem unterscheiden kann. Die Konsequenz hieraus ist, dass ein mentaler Praxistransfer daher genau so effizient sein kann, wie die tatsächliche Umsetzung in die Praxis. Diese Erkenntnis machen sich unsere Teilnehmer zunutze durch den Aufbau unserer Studienmaterialien.
Hat die Tatsache, dass es keine schriftlichen Überprüfungen gibt etwas mit Ihrem didaktischen Konzept zu tun?
Ja. Wir haben viele Untersuchungen gemacht und Lehrkräfte aus über 15 Ländern nach Ihren Erfahrungen befragt. Das Ergebnis war eindeutig. Noten sind vielfach nur ein Nachweis dafür wie gut ein gewisses Wissen repetiert werden konnte. Häufig, wie zum Beispiel bei Aufsätzen, spiegeln Noten sogar nur eine subjektive Meinung des Lehrers wieder.
Die eigentlichen Fähigkeiten eines Menschen können und sollten nicht über Noten erfasst werden. Eine Erkenntnis, die immer mehr in den Blickpunkt rückt, da es immer mehr Menschen gibt, die durch ADS oder Lernstörungen nach den Maßstäben des herkömmlichen Bildungssystems versagen, jedoch über sensationelle Fähigkeiten verfügen.
Adequate Alternativen sind gefragt.
Kann man die Fähigkeiten eines Menschen denn benoten?
Benoten kann man nur, in wie weit ein bestimmter abgegrenzter Wissensbereich beherrscht wird. Der Mensch selbst ist jedoch so individuell, dass die Bewertung nach einem festen System nicht sinnvoll und nicht differenziert genug ist.
Aber irgendwie muss doch eine Leistung eingeschätzt werden können?
Das ist richtig. Wir leben jedoch heute nicht mehr im Zeitalter der Industrialisierung sondern im sogenannten „Informationszeitalter“. Anerkannte Wissenschaftler sprechen davon, dass sich das gesamte Wissen der Menschheit alle drei bis fünf Jahre verdoppelt. Das was wir heute lernen und lehren, wird in zehn Jahren nur noch ein Bruchteil dessen sein, was wir tatsächlich benötigen.
Wenn ein Mensch also seinen Wissensstand nicht konstant aktualisiert wird er zurückfallen. Das heißt, die wichtigste Fähigkeit, die ein Mensch in der heutigen Zeit besitzen muss, ist sein Wissen aus eigenem Antrieb immer wieder weiter zu entwickeln und damit weiter zu wachsen. Gerade diese Fähigkeit wird im konventionellen Bildungssystem jedoch vernachlässigt.
Wenn Sie heute Ihr Abitur wiederholen müssten, wie groß wäre die Wahrscheinlichkeit, dass Sie bestehen würden? Und was haben Dinge, wie z.B. der Satz des Pytagoras mit Ihrem heutigen Leben zu tun? Wenn Sie dieses Wissen jedoch benötigen, so ist es wichtig, dass Sie wissen, wo Sie die richtigen Informationen bekommen und wie Sie sich das Wissen aneignen können. Und genau hier liegt auch der Ansatz für die Zertifizierung und das Erreichen des BWA Diploms.
Für was steht ein Diplom der BWA?
Um zur Zertifizierung zugelassen zu werden, muss der Teilnehmer den Nachweis erbringen, dass er über die entsprechenden Kenntnisse verfügt. Bei der Zertifizierung selbst geht es darum, dass der Teilnehmer im Rahmen einer Diplomarbeit zeigt, dass er in dem entsprechenden Fachbereich über Grundlagenwissen verfügt aber in erster Linie geht es darum, dass er in der Lage ist sich selbstständig ein Thema aus seinem Fachbereich aufzuarbeiten. Die Diplomarbeit setzt immer ein Literaturstudium aber auch ein Zusammenfügen und Analysieren von neuem Wissen voraus.
Die Fähigkeit, die hier gefördert und unter Beweis gestellt werden muss ist die Garantie als Führungskraft im Informationszeitalter bestehen zu können. Die Zeiten, in denen man aufgrund eines Studiums oder Berufsabschlusses Zeit seines Lebens nichts mehr lernen muss sind vorbei.
Mit der Diplomarbeit geben wir zugleich einen Anstoß, dass die Teilnehmer Spaß daran finden sich konstant weiterzuentwickeln und das „lebenslange Lernen“ als Lebensnotwendigkeit für Erfolg zu erkennen.
Wie sind die Abschlüsse der BWA anerkannt?
Die Leiter unserer Studiencentren in ganz Deutschland sitzen täglich am Tisch mit Führungskräften und Personalchefs von Mittelständischen Unternehmen aber auch Konzernen. Hier erhalten wir eine Vielzahl von Informationen über die Probleme in den Betrieben aber auch über die Fähigkeiten, die die Unternehmen sich von Ihren Angestellten erhoffen. Und genau dies ist die Basis, auf der unser didaktisches Konzept aber auch unsere Studienunterlagen basieren.
Anerkennung ist keine Frage von Stempeln oder Siegeln sondern die Gewähr, dass ich in meiner Ausbildung das gelernt habe was mich für mein Unternehmen „wertvoll“ macht. Ein Mensch bekommt die Anerkennung, die er durch seine Arbeit erwirbt. Er ist für sein Unternehmen so viel wert, wie dieses ihn braucht.
Anerkannt ist in unserer Gesellschaft wer Erfolg hat und Erfolg hat derjenige der gelernt hat, sein Wissen effizient und gewinnbringend einzusetzen. So einfach ist das.